Dez. 01, 2021 - Min LesedauerMin Lesedauer

Ernährung und Mundgesundheit

Wusstest Du, dass Deine Mundgesundheit und Deine Ernährung in einem engen Zusammenhang stehen?

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Forschungen belegen, dass eine ausgewogene Ernährung eine große Rolle bei der Gesundheit Deiner Zähne und Deines Zahnfleisches sowie auch Deines gesamten Körpers spielt. Gutes Essen und Nahrungsergänzungsmittel können außerdem dabei helfen, sich schneller von Krankheiten oder Operationen im Mundraum zu erholen. 

Eine ungesunde Ernährung kann zu einer schlechten Mundgesundheit führen, was wiederum Zahnfleischerkrankungen und Karies verursachen kann. Auf der anderen Seite können Zahnfleischentzündungen und der Verlust von Zähnen für erhebliche Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme sorgen, was auch zur häufigeren Wahl ungesunder Lebensmittel führen kann.

Du siehst, es kann ein Teufelskreis werden!


Was versteht man unter ausgewogener Ernährung?


Was für viele Menschen in der Welt ein absolutes Überlebenskriterium darstellt, ist für die meisten Menschen in den Industrieländern eine Normalität - genügend zu essen zu haben. In den Ländern mit einem Nahrungsmittelüberschuss warnt man schon vor den negativen Folgen der Überernährung.


Sugar and oral health

Aber was ist ausgewogene Ernährung? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt diese Umschreibung: „Eine abwechslungsreiche Auswahl, geeignete Kombination und angemessene Menge nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel“.

Eine ausgewogene Ernährung bedeutet demnach, eine adäquate, ausgewogene Menge an Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, bei der der Körper alle Nährstoffe erhält, die er benötigt, um gesund zu bleiben. 

 


Aus welchen Bausteinen besteht eine ausgewogene Ernährung?


Eine ausgewogene Kost besteht aus den folgenden Nährstoffen:

  • Wasser
  • Kohlenhydrate
  • Eiweiße, die aus Aminosäuren bestehen (besonders essenzielle Aminosäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden)
  • Fette - enthalten Fettsäuren (besonders essenzielle, d. h. mehrfach ungesättigte Fettsäuren findet man in pflanzlicher Nahrung)
  • Vitamine (heute gelten etwa 15 Stoffe als Vitamine)
  • Mineralien (wir brauchen etwa 25 Mineralbausteine, damit alle Stoffwechselvorgänge funktionieren)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat die folgenden 10 Regeln für eine ausgewogene Ernährung erarbeitet:

Genieße die Lebensmittelvielfalt. Merkmale einer ausgewogenen Ernährung sind abwechslungsreiche Auswahl, geeignete Kombination und angemessene Menge nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel.

Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken, am besten aus Vollkorn sowie Kartoffeln enthalten kaum Fett, aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Achte darauf, diese Lebensmittel mit möglichst fettarmen Zutaten zu verzehren.

Genieße 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag, möglichst frisch, nur kurz gegart oder auch 1 Portion als Saft – idealerweise zu jeder Hauptmahlzeit und auch als Zwischenmahlzeit: Damit erhältst Du reichlich Vitamine, Mineralstoffe sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Carotinoiden, Flavonoiden). 

Diese Lebensmittel enthalten wertvolle Nährstoffe, wie z. B. Kalzium in Milch, Jod, Selen und Omega-3-Fettsäuren in Seefisch. Fleisch ist Lieferant von Mineralstoffen und Vitaminen (B1, B6 und B12). Mehr als 300 – 600 g Fleisch und Wurst pro Woche sollten es nicht sein. Achte immer auf fettarme Produkte, vor allem bei Fleischerzeugnissen und Milchprodukten.

Fett liefert lebensnotwendige (essenzielle) Fettsäuren und fetthaltige Lebensmittel enthalten auch fettlösliche Vitamine. Fett ist besonders energiereich, daher kann zu viel Nahrungsfett Übergewicht fördern. Halte Dich hier an pflanzliche Öle und Fette (z. B. Raps- und Sojaöl und daraus hergestellte Streichfette). Achte auf unsichtbares Fett, das in Fleischerzeugnissen, Milchprodukten, Gebäck und Süßwaren sowie in Fast-Food- und Fertigprodukten meist enthalten ist. Insgesamt 60 – 80 Gramm Fett pro Tag reichen aus.

Zucker und Lebensmittel, bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten (z. B. Glucosesirup) hergestellt wurden, solltest Du nur gelegentlich verzehren. Würze Deine Speisen mit Kräutern und Gewürzen und wenig Salz. Beim Salzeinkauf achte bitte auf Salz mit Jod und Fluorid.

Wasser ist absolut lebensnotwendig. Aus diesem Grund solltest Du rund 1,5 Liter Flüssigkeit jeden Tag zu Dir nehmen. Wasser – ohne oder mit Kohlensäure – und andere kalorienarme Getränke solltest Du bevorzugen. Alkoholische Getränke solltest Du nur gelegentlich und in kleinen Mengen konsumieren.

Die Speisen möglichst bei niedrigen Temperaturen, soweit es geht, kurz mit wenig Wasser und wenig Fett garen. Das erhält den natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die Bildung schädlicher Verbindungen.

Bewusstes Essen hilft, richtig zu essen. Auch das Auge isst mit. Lass Dir Zeit beim Essen. Langsames und bewusstes Essen hilft, das natürliche Sättigungsgefühl zu spüren.

Ausgewogene Ernährung, viel körperliche Bewegung und Sport (30 bis 60 Minuten pro Tag) gehören zusammen. Mit dem richtigen Körpergewicht fühlst Du Dich wohl und förderst Deine Gesundheit.


Was sind die Folgen einer Fehlernährung?


Dramatisches Übergewicht aufgrund von Fehlernährung ist heute in den Industrieländern – auch in Deutschland - selbst bei Kindern ein wachsendes Problem; mit all den sich daraus ableitenden Nebenwirkungen wie Typ 2 Diabetes, erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen, Gelenkerkrankungen u.v.m. Durch häufige und regelmäßige zuckerhaltige Nahrung wird das Kariesrisiko vervielfacht, und eine ballaststoff- und vitaminarme Ernährung mit hohem Zucker- und Fettanteil beeinträchtigt nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem.

Stark Übergewichtige setzen bestimmte Botenstoffe frei, die die Immunreaktion auf entzündliche Prozesse beeinträchtigen und damit ein erhöhtes Risiko für Entzündungen des Zahnhalteapparates bewirken. Damit steigt das Risiko für eine Parodontitis. Eine Parodontitis wiederum hat einen negativen Effekt auf Blutzuckerwerte und kann die Entwicklung von Diabetes fördern und erhöht u.a. das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

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